Hallo,
politisches Engagement sehe ich für "ernsthafte" Buddhisten im allgemeinen als eher unnötig an ....die aufgewandte Energie ist wohl sinnvoller für Dharmapraxis bzw. das Erringen einer immer besseren Grundlage zur Erkenntnis der Wirklichkeit anzuwenden. Hat man diese immer mehr errungen, kann man auch wirkungsvoller zum Guten für alle Wesen handeln - ganz ohne in politische Aktivitäten verstrickt zu sein.
Im Einzelfall, wenn der Lebensweg nunmal so vorgezeichnet ist, kann auch ein Leben als Politiker für manch einen Buddhisten wohl unumgänglich sein

.... jeder muss sein Pflicht im Leben erfüllen, ganz nach seinem Schicksal und seinem Bewusstsein.
Es kommt, denke ich, auch sehr auf die Intention, auf die eigentliche Triebkraft hinter dem Wunsch, politisch aktiv zu werden, an.
Eine wesentliche, dauerhafte Veränderung der Natur dieser "Welt des Leidens und des Wandels" auf politischem Wege ist z.B. mit Sicherheit eine Illusion, denn das Paradies auf Erden kann es niemals geben. Leid, Tod und Vergänglichkeit sind "hienieden" nunmal unser Teil...und auch das der anderen, denen wir gerne helfen wollen....da hilft nichtmal die beste Politik.
Für Buddhisten ist das Motto: konzentrierte Arbeit am Inneren, statt Arbeit am Äusseren....denn dort liegen die wahren Ursachen des Leidens.
Alles, was dabei behindert, sollte nach Möglichkeit reduziert werden.
Wer genug Zeit, hat sich ausführlich mit der Lehre zu beschäftigen, ist aus meiner Sicht schon sehr glücklich zu schätzen. Warum sollte eine Person diesen Zustand gegen ein politisches Engagement eintauschen wollen, welches vorraussichtlich eher Unruhe ins Leben bringt?
Wenn es mich "juckt" mich politisch zu engagieren, frage ich mich meistens, über welche Themen und mit welchen Personen ich mich wohl unterhalten würde, wenn ich noch 10 Tage zu leben hätte.
Danach frage ich mich, wie es wäre, wenn ich noch 100 Tage hätte.
Danach 1000 Tage....
...
Grüsse