|
Unbeantwortete Themen | Aktive Themen
|
Seite 1 von 1
|
[ 8 Beiträge ] |
|
| Autor |
Nachricht |
|
Karno
|
Betreff des Beitrags: Sanftmut Verfasst: So 7. Feb 2010, 08:53 |
|
Registriert: Fr 5. Feb 2010, 19:59 Beiträge: 6 Wohnort: Im Schwarzwald ( Germany Black Forest)
|
|
Ein Gedicht einer Freundin zum Thema - diese Zeilen helfen mir oft in besondern Alltagssituationen - vielleicht geht es anderen auch so..?!
Karno
Die Sanftmut gibt sich leis und lind, sie ist der Ruhe liebstes Kind. im Fließen macht sie alles rund, beschwichtigt, glättet, heilt was wund.
Wie Schmetterling mit zartem Schlag, sie Dinge nur berühren mag. Wie Frühlingsluft, wie Seide fein, hüllt alles sie in Milde ein.
Ihr kann nichts Hartes widersteh´n, sie weiß es sachte zu umgeh´n. Sie ist des Alltags Glanz und Schein¬- Bringt Leichtigkeit in ihn hinein.
_________________ ... es bleibt nicht so ... kein Ding ist der Mühe wert ... da ist kein Kern dahinter ... ... das gehört mir nicht ... das bin ich nicht ... das ist mir kein Selbst
|
|
| Nach oben |
|
 |
|
karuna
|
Betreff des Beitrags: Re: Sanftmut Verfasst: Mi 10. Feb 2010, 12:28 |
|
Registriert: Di 20. Okt 2009, 14:03 Beiträge: 29 Wohnort: Samsaro--Menschentum
|
|
Danke lieber Karno, daß Du uns teilhaben läßt, an diesem schönen Gedicht.
Karuna
_________________ "Gefunden hab' ich's, nicht verfehlt - Kein übel Ding bedünkt es mich - Von allem was die Welt gewährt Hab' ich das Beste auserwählt."
|
|
| Nach oben |
|
 |
|
Kisagotami
|
Betreff des Beitrags: Re: Sanftmut Verfasst: So 18. Jul 2010, 14:49 |
|
Registriert: Fr 16. Jul 2010, 21:09 Beiträge: 4
|
|
hallo Karno
Das Gedicht habe ich vor kurzem als Anfang bei einer CD von Fritz Schäfer (über das sanfte Gemüt) gelesen. Deshalb freute es micht hier wieder zu lesen. Es ist sicher schwer, das vollkommen zu erlangen, aber ich beobachte auch, dass viele im Alltag mit einem Sanftmütigen nicht zurechtkommen. Geht Euch das auch so? lieben Gruss kisagotami
_________________ Aus Knochen ist die Stadt gebaut, mit fleisch und Blut ist sie verputzt Drin hausen Alter sowie tod Wie Hochmut und Verkleinerungssucht
|
|
| Nach oben |
|
 |
|
Karno
|
Betreff des Beitrags: Re: Sanftmut Verfasst: Di 27. Jul 2010, 16:37 |
|
Registriert: Fr 5. Feb 2010, 19:59 Beiträge: 6 Wohnort: Im Schwarzwald ( Germany Black Forest)
|
|
Liebe/r Kisagotami
der Übende, der sich die Sanftmut als Eigenschaft aneignen möchte, hat zuerst das Problem, eben alle Situationen zu bemerken, wo er nicht sanftmütig reagiert hat. Dieser allmähliche Umwandlungsprozess (von Gewaltsamkeit zur Sanftmut) hat demnach auch unterschiedliche Früchte (im „inneren“ und im „äußeren“ Erleben).
Eine sehr wichtige Geisteshaltung zu Erlangung der Sanftmut, ist auch das Annehmen können jeglicher Begegnung (zum Zeitpunkt „jetzt“ oder wie Paul Debes immer so schön sagt „am Tor der Gegenwart“) - auch der vorerst nicht immer als angenehm empfundenen. Das kann nur der Übende, der entweder sein Erleben mit "Saat und Ernte" vergleichen kann oder der zumindest eine Ahnung hat, das ihm nichts begegnen kann, was nicht mit seinen eigenen, von ihm ausgehenden Taten (in der Vergangenheit - in Gedanken, Worten und Werken) –zu tun hat.
Parallel dazu entwickelt die Gesinnung, das der Gegenüber agierende nichts anderes will, wie ich selber „da ist auch einer so wie ich, der nur wohl sucht, so wie ich…“) eine Herzensbeschaffenheit, die die Sanftmut so fördert, dass sie eines Tages selber eine Herzenseigenschaft wird und damit das Erleben des Eigener so färbt, dass er nicht mehr anders handeln kann als mit Verständnis, Geduld und Güte.,
Und schließlich erntet der Erleber dieser Sanftmut ein immer größer werdendes inneres Wohl und auch eine innere Stille die, richtig angewandt ihn zur großen Wissensklarheit führen kann.
Liebe Grüße Karno
PS.
Hier kurz noch zwei gute Hinweise dazu:
Die Sanftmut steht im Gegensatz zur Gewaltsamkeit. ... Sanft ist er (der Mensch), wenn er sich nicht vom Zorn hinreißen läßt, ohne vermeidbare Härte im Affekt, weich und behutsam. Sanftmut bezeichnet dabei nicht nur eine Weise des Verhaltens, sondern mehr noch eine Beschaffenheit der Gesinnung. ... Die Sanftmut des Verhaltens verbindet sich sodann mit der Behutsamkeit im Umgang. Diese Behutsamkeit ist eine Art von Vorsicht, die keinen Schaden an den andern Menschen ... herankommen lassen will." (Bollnow, Die Tugend der Geduld)]
Der gute Weg
Du brauchst nur eines: Güte, und du wirst heiter, still und frei sein im Gemüte, nur sag nicht mehr: ich will.
Sei gut zu allen! Schweige! Was auch dein Herz verspürt, an Unerwünschtem: zeige, daß es dich nicht berührt.
Was auch dir hier begegnet: Nimms hin als alte Schuld, und du wirst – reich gesegnet – ein Meister der Geduld. Würdig
_________________ ... es bleibt nicht so ... kein Ding ist der Mühe wert ... da ist kein Kern dahinter ... ... das gehört mir nicht ... das bin ich nicht ... das ist mir kein Selbst
|
|
| Nach oben |
|
 |
|
Karno
|
Betreff des Beitrags: Re: Sanftmut Verfasst: Mi 28. Jul 2010, 07:08 |
|
Registriert: Fr 5. Feb 2010, 19:59 Beiträge: 6 Wohnort: Im Schwarzwald ( Germany Black Forest)
|
Nachtrag: Es ist sicher schwer, das vollkommen zu erlangen, aber ich beobachte auch, dass viele im Alltag mit einem Sanftmütigen nicht zurechtkommen. Geht Euch das auch so?
Ich kann mich erinnern als ich das erste Mal in diesem Leben einen Menschen mit einer sanftmütigen Ausstrahlung bewusst erleben konnte, war ich über 20 Jahre alt. Selbst damals wußte ich nicht genau woher und warum ich bei diesem Anblick ein inneres Wohl empfunden habe - ich konnte damals nur sagen die „Ausstrahlung“ des Gegenübers fand ich angenehm. Viel später erst, durch die Lehre des Erwachten konnte ich dieses Empfinden für mich präziser beschreiben. Auf mich machte damals dieses Bild des sanftmütigen Menschen einen tiefen Eindruck (obwohl ich nur ein indirekter Beobachter der Situation war) – dieser Eindruck zeigte mir damals einen großen Unterschied zu meinem eigenen Durchschnittempfinden und ich deutete diese Ausstrahlung als eine vorhandene, größere (innere) Sicherheit. Dieser Sanftmut ausstrahlende Mensch erschien mir in diesem Augenblick unantastbar. Das lag vielleicht wohl an ein schon damals mitgebrachtes Empfinden für innere Herzensqualitäten und ich glaube in dem Maß wie dieses Empfinden entwickelt ist, spürt man die Unterschiede zum eigenen jeweiligen Status des Erleben. Da die Sanftmut eher ein Produkt ist, einer vorher eingeübten und umgesetzten Herzensarbeit (durch Sila mit dem Schwerpunktstömungen Metta, Karuna, Upekha) kann der zur Sanftmut neigende Übende in seiner Umgebung manchmal etwas Befremden auslösen ( in dem Maße wie die soziale Gewöhnung der Umgebung gerade gestrickt ist (…wie man es so hat…). So daß man vielleicht sagen kann, das Wesen die mit einer sanftmütigen Haltung bei einem Gegnüber nicht klar kommen, in diesem Augenblick genau diese (innere Sicherheit) nicht besitzen und/oder vielleicht im extremsten Fall genau die gegenteilige Empfindung in dem Augenblick die Gewaltsamkeit (vyapada, vihimsa) aktiv ist. Wobei sich das auch sehr schnell ändern kann - die Augenblicks-Gewaltsamkeit kann gerade durch den Einfluss eines sanftmütigen Menschen geschwächt werde oder sogar ganz verschwinden. Immer abhängig je nach Grad der vorhandenen, eingewohnten Art der Gewaltsamkeit Den in vollkommender Sanftmut weilenden selbst macht das wohl alles am wenigsten aus! Liebe Grüße Karno PS. Bin noch lange nicht vollkommen in Sanftmut – eher ein Anfänger, aber was nicht ist kann ja noch werden… 
_________________ ... es bleibt nicht so ... kein Ding ist der Mühe wert ... da ist kein Kern dahinter ... ... das gehört mir nicht ... das bin ich nicht ... das ist mir kein Selbst
|
|
| Nach oben |
|
 |
|
Norbert
|
Betreff des Beitrags: Re: Sanftmut Verfasst: Fr 30. Jul 2010, 13:43 |
|
Registriert: Do 1. Apr 2010, 13:41 Beiträge: 26 Wohnort: Oberhausen / Ruhrgebiet
|
Zitat: ich beobachte auch, dass viele im Alltag mit einem Sanftmütigen nicht zurechtkommen... ... müssen sie auch nicht. Wer keinen "Sinn" für Sanftmut hat wird einen solchen Menschen als langweilig empfinden und ihn in Ruhe lassen - wer einen "Sinn" dafür hat wird seine Nähe suchen .... Ich hatte das letztens das große Glück in die Augen eines wirklich Sanftmütigen schauen zu dürfen ... - dies hat einen tiefen und bleibenden Eindruck hinterlassen und ich bin sehr dankbar dafür ... wissend das noch einiges zu tun ist trage einen großen Schatz in mir ... an dieser Stelle vielen Dank nochmal an denen die dies möglich gemacht haben Liebe Grüße Norbert
_________________ Die Sinnlichkeitsebene ist weniger ein Kampfplatz gegen Sinnlichkeit sondern ein Kampfplatz für Tugend.
|
|
| Nach oben |
|
 |
|
Kisagotami
|
Betreff des Beitrags: Re: Sanftmut Verfasst: So 1. Aug 2010, 11:07 |
|
Registriert: Fr 16. Jul 2010, 21:09 Beiträge: 4
|
|
es werden ja oft auch Tiere von den Sanftmütigen angezogen, fühlen sich bei ihnen wohl, habt Ihr das auch schon so erlebt, bei Euch, oder bei Euch bekannten Sanftmütigen? Und die ganzen Devas und andere unsichtbaren Wesen, die dieser Sanftmütige anzieht, kann er selbst diese sehen, wenn er auf dem Weg schon weit fortgeschritten ist?
lg.gruss kisagotamai
_________________ Aus Knochen ist die Stadt gebaut, mit fleisch und Blut ist sie verputzt Drin hausen Alter sowie tod Wie Hochmut und Verkleinerungssucht
|
|
| Nach oben |
|
 |
|
karuna
|
Betreff des Beitrags: Re: Sanftmut Verfasst: Mo 9. Aug 2010, 21:15 |
|
Registriert: Di 20. Okt 2009, 14:03 Beiträge: 29 Wohnort: Samsaro--Menschentum
|
Liebe Kisagotami, in der Tat, daß Tiere von einem sanfmütigen Wesen angezogen werden, Zuneigung und Vertrauen zeigen, begegnet mir recht oft. Ein Beispiel für das sanftmütigste Wesen ist ja die Geschichte, in der der Erwachte den wütenden Elefanten Nalagiri mit Sanftmut bezwingt, den Devadatto mit der Absicht, den Buddha zu töten losgelassen hatte. Der Erhabene aber durchdrang den Elefanten Nalagiri mit freundlicher Gesinnung. Da nun der Elefant Nalagiri von dem Erhabenen mit freundlicher Gesinnung durchdrungen war, ging er mit gesenktem Rüssel zu dem Erhabenen hin und blieb vor dem Erhabenen stehen. Und der Erhabene berührte mit der Hand die Stirngeschwulst des Elefanten Nalagiri und redete den Elefanten Nalagiri mit den folgenden Worten an:
Verletze nicht, Elefant, den Meister, denn ein Unglück ist die Verletzung des Meisters; nicht wird, o Elefant, dem der den Meister verletzt hat, Seligkeit zuteil, wenn er in ein anderes Leben eingegangen ist. Sei nicht toll und nicht schlaff, denn die Schlaffen gehen nicht zur Seligkeit ein; du handle so, daß du zur Seligkeit gelangen wirst."
Darauf nahm der Elefant Nalagiri mit dem Rüssel den Staub zu Füßen des Erhabenen auf und sprengte ihn über sein Haupt; dann blieb er in gebeugter Haltung stehen, so lange er den Erhabenen sah. Hierauf ging der Elefant Nalagiri in das Elefantenhaus und stellte sich an seinen Platz; und der Elefant Nalagiri war von nun an ganz zahm. Da sangen die Leute folgenden Vers:
"Manche bändigen mit dem Stock, mit dem Haken und Peitschen; ohne Stock, ohne Stahl wurde der Elefant von dem Großmütigen gebändigt."
Hier noch etwas nettes aus unseren Tagen über das "Tigerkloster" in Thailand: http://www.waldviertler-mohnhuette.at/page.asp/1349.htmund http://picasaweb.google.com/Satindriyo/ ... and062009#In einem Fernsehbericht, den ein lieber Freund für mich aufgenommen hatte, hieß es, daß es in den ganzen Jahren nicht zu einem einzigen Zwischenfall gekommen ist. Lieben Gruß, karuna
_________________ "Gefunden hab' ich's, nicht verfehlt - Kein übel Ding bedünkt es mich - Von allem was die Welt gewährt Hab' ich das Beste auserwählt."
|
|
| Nach oben |
|
 |
|
Seite 1 von 1
|
[ 8 Beiträge ] |
|
Wer ist online? |
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast |
|
Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen. Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen. Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern. Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.
|

|
|